Erfolgreicher konnte der Start der diesjährigen Energiesparmesse nicht sein.
Bereits die ersten beiden Messetage, die dem Fachpublikum für exklusive
Gespräche zur Verfügung standen, spiegelten den enormen Boom bei Erneuerbaren
Energien und energieeffizienter Heiztechnik wider. Nach wie vor steigendes
Umweltbewusstsein und ein hohes Interesse an neuen Technologien machen die
Energiesparmesse zu der Leitmesse in Österreich für Ökoenergie und Heiztechnik.
Gesamt erwarten die Messebesucher rund 900 Aussteller aus den Bereichen Heiz- &
Energie-tech, Baumat & Gebäude-tech sowie Wasser- & Sanitär-tech mit einem
kompletten Querschnitt der aktuellsten Produkte, Trends und technischen
Innovationen.
Dir. Mag. Robert Schneider, Geschäftsführer der Messe Wels ist sich dem
hohen Potential der Energiesparmesse bewusst: „Trotz Wirtschaftskrise bestätigen
uns unsere Aussteller gute Geschäfte und positive Prognosen für die Zukunft. Der
anhaltende wirtschaftliche Erfolg zeigt deutlich, dass das Umdenken in der
Bevölkerung längst gelebt wird und „Energiesparen“ nicht mehr alleine im
Vordergrund steht. Unsere Messebesucher lassen sich vielmehr zu sinnvoll
richtigen Investitionen beraten, die auf lange Sicht Kosten reduzieren und die
Umwelt schonen.
Offiziell eröffnet wurde die Energiesparmesse Wels 2010 im Beisein von zwei
Bundesministern: Umweltminister DI Niki Berlakovich und
Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner kamen nach Wels, um die
Bedeutung der Messe für Umwelt und Wirtschaft zu unterstreichen. Die
hochkarätigen Eröffnungsgäste kamen aber nicht nur aus Österreich. Wels begrüßte
Abgeordnete und Delegationen aus Dänemark, Polen, Serbien, Albanien, China,
Südafrika und auch den USA.
Die Eröffnungsansprachen richteten den Blick vor allem auf die Zukunft, zu
erreichende Ziele in puncto Klimaschutz und auf die Chancen der Österreichischen
Unternehmen, weltweit am Markt für erneuerbare Energien Fuß zu fassen.
Messepräsident Bgm. Dr. Peter Koits ruft auf, gerade auch wegen
steigender Energiepreise die Chancen, die sich durch technische Kompetenz
ergeben, zu nutzen. Er sieht darin auch das Motto der Energiesparmesse, die wie
keine andere vergleichbare Messe umfassend aktuellste Innovationen und
Technologien vorstellt. Weiters erklärt Bgm. Koits, dass sich die Stadt Wels als
Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2030 komplett auf erneuerbare Energien
umzusteigen und auch elektrische Mobilität künftig eine große Rolle in Wels
spielen wird.
Im anschließenden Thementalk griff Umweltlandesrat Rudi Anschober noch
einmal das Thema Wirtschaftskrise auf und machte deutlich, dass „nachhaltig
sparen“ bedeutet, jetzt eine Investitionsentscheidung für die Zukunft zu
treffen. Anschober spricht von dem „Konjunkturmotor Klimaschutz“ der sowohl
wirtschaftlichen Erfolg garantiert als auch den Weg aus der Preisfalle fossile
Brennstoffe zeigt. Oberösterreich ist führend in Technologien zu Erneuerbarer
Energie und bereits sieben große Firmen aus dem Bereich Ökoenergie haben sich am
US-Amerikanischen Markt profilieren können. Der Boom verdeutlicht sich in
Zahlen: 2007 belief sich der Marktumsatz der Energieumstellung auf 160 Mrd.
Dollar, 2009 wuchs diese Gesamtsumme bereits auf 460 Mrd. Dollar.
Wohnbaulandesrat Dr. Manfred Haimbuchner merkt in erster Linie kritisch
an, dass das Erreichen der vorgeschriebenen Energiekennzahlen für Privatbauten
bis 2011 nur durch kontrollierte Wohnraumlüftung erreicht werden kann.
Oberösterreich hat in diesem Bereich sehr strenge Vorgaben die aus Sicht von
Haimbuchner hinterfragt werden müssen. Ein weiteres „heißes“ Thema sind die
Förderungsgelder für den Heizkesseltausch in der Sanierung. Die befristete
Förderungsinitiative war richtig, ist aber derzeit problematisch aufgrund von
Budgetknappheit. Seine Hauptaufgabe sieht Landesrat Haimbuchner derzeit darin,
das Wohnen und die thermische Sanierung für die oberösterreichischen BürgerInnen
leistbar zu machen.
Umweltverträglichkeit im öffentlichen Verkehr ist das Thema von Landesrat Dr.
Hermann Kepplinger. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist notwendig,
besonders wichtig werden hierbei künftig Konzepte, die eine Erweiterung des
Nahverkehrs über die Ballungszentren hinaus ermöglichen. Bequem, schnell und
umweltverträglich sind hier die Schlagworte für den Verkehr der Zukunft. Auch
Kepplinger nennt die elektrische Mobilität als eine vielversprechende
Zukunftsperspektive.
In seiner Festansprache nennt Agrar- und Forstwirtschaftslandesrat Dr. Josef
Stockinger die Energiesparmesse eine Symbolmesse Oberösterreichs für den
Zukunftsweg, den man in unserem Bundesland gehen will. Gerade in schwierigen
Zeiten und budgetären Engpässen ist die Politik angehalten, zukunftsorientiert
richtig zu handeln. Stockinger betont, dass es gelingen muss, private
Investitionen besonders im Bereich der thermischen Sanierung zu unterstützen.
Auch in den öffentlichen Haushalten wird Energieautarkie zu einem zentralen
Thema. Stockinger stellt dazu den neuen, ab Herbst dieses Jahres möglichen
Ausbildungsweg „Biomasse und Bioenergie“ vor und unterstreicht, welche
Vorreiterrolle Oberösterreich damit bei agrarischen Berufen und bei der
Arbeitsplatzschaffung überhaupt einnimmt.
Bundesminister Dr. Reinhold Mitterlehner spricht von der neuen
Energiestrategie, die Wirtschaftsministerium und Umweltministerium in
Kooperation umsetzten. Die wesentlichen drei Ebenen dieser Offensive sind zum
ersten das Erkennen von wirtschaftlichen Zukunftschancen und die Stärkung der
Marktkompetenz. Dazu nennt Mitterlehner den Kernbegriff Ökoinnovation, ein
Branchenbereich der zunehmend weltweit an Bedeutung gewinnt, insbesondere wenn
man sich weltweit am Ökoenergie Markt umsieht und einen Vorstoß in andere Märkte
plant. Zweiter Aspekt der Strategie ist sich den neuen Technologien im Bereich
erneuerbarer Energieträger zu stellen und die Entwicklung bei energieeffizienter
Technik voran zu treiben. Den dritten Aspekt betitelt Wirtschaftsminister
Mitterlehner als „Awareness“ und beschreibt damit das Bewusstsein für richtige
Investition, um Nachhaltigkeit zu erreichen.
Bundesminister DI Niki Berlakovich vergab zunächst im Rahmen der
Eröffnung das Österreichische Umweltzeichen an Lohberger Heiz- und Kochgeräte
Technologie GmbH, EN-Tech Energietechnikproduktion GmbH, ETA Heiztechnik GmbH ,
ÖkoFEN Forschungs- und Entwicklungs Ges.m.b.H und Mayr-Melnhof HolzgmbH. In
seiner Eröffnungsrede spricht der Umweltminister anschließend vom Programm
20/20, das vorsieht 20 % der Emissionen bis ins Jahr 2020 zu reduzieren. Zurzeit
erreicht Österreich die gesetzten Kyoto-Protokoll Ziele nicht, im Wesentlichen
verantwortlich dafür ist zu einem Großteil der Verkehr wo folglich großer
Handlungsbedarf besteht. Elektromobilität ist auch seitens Berlakovich ein
vielversprechender Lösungsansatz dazu. Zusätzlich ist bei Raumwärme noch ein
großes Einsparungspotential vorhanden. Hier soll auch die Initiative
„Klimaschutz- und Energiemodell Regionen“, die Gemeinden in die Energieautarkie
führen will, einen wesentlichen Beitrag leisten. |